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Ellen und Alice Kessler (Schauspieler-,Sänger-,Tänzerinnen)
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Auf dem Bild sehen sie die Kesslerzwillinge in den 60er Jahren

Die Kessler-Zwillinge

Sie gehören zu den international bekannten Unterhaltungs-Stars, haben aber nur eine kleine Bindung zur Nerchauer Region, wenngleich die wichtigste - sie wurden als Alice und Ellen Kessler am 20. August des Jahres 1936 als eineiige Zwillinge in Nerchau geboren.

Da die hübschen blonden Mädchen bereits in den frühen Kinderjahren nach Taucha verzogen, wo sie schon als Sechsjährige zur Ballettschule geschickt wurden und "die Bretter, die die Welt bedeuten", kennen lernten, war es für unsere Heimatfreunde gar nicht leicht, aus den verschiedenen Versionen, die es zur Geburt der Kessler-Zwillinge gab, das wirkliche Geburtshaus in Nerchau herauszufinden - es ist die heutige Jahnstraße 11. Der Vater war übrigens Paul Wilhelm Erhard Kessler, ein Maschinenbau-Ingenieur, die Mutter Elsa Emma Hedwig Kessler geb. Müller.


Dass die zwei "spindeldürren Mädchen" (wie es in der Autobiografie "Eins und eins ist eins" heißt), die in der Nachkriegszeit eine durchaus harte Kindheit hatten, zu international gefeierten Bühnenstars wurden, war ein Erfolgsmärchen der besonderen Art - und mit harter Arbeit verbunden.


1947 wurden sie in das Kinderballett der Leipziger Oper aufgenommen, 1950 bestanden sie die Aufnahmeprüfung der Operntanzschule mit Auszeichnung, Anfang der 50er Jahre übersiedelte die Familie in die Bundesrepublik.


Hier vervollkommneten sie ihre Tanzausbildung. Anstelle der ursprünglichen Berufswünsche (Alice, die Ältere, wollte Modezeichnerin, Ellen dagegen Ärztin werden) zeichnete sich bald eine gemeinsame Künstlerlaufbahn ab, die 1952 im Düsseldorfer Revuetheater begann und ab 1955 am weltberühmten Pariser Variete "Lido" auf dem Champs-Elysees fortgesetzt wurde, wo sich das Zwillingspaar innerhalb eines Jahres an die Spitze der englischen Tanzgruppe "Blue-Bell-Girls" tanzte. Als der Vertrag mit dem "Lido" 1960 auslief, gingen die Schwestern auf Tournee und tanzten und sangen in der Folge auf allen großen Showbühnen der Welt, traten in vielen internationalen Fernsehsendungen auf und wirkten auch in zahlreichen Filmen mit.


Der Name "Kessler-Zwillinge" wurde zum Markenzeichen für brillantperfekte Tanzkunst im Revuestil. Höhepunkte ihres künstlerischen Schaffens waren Auftritte in Monte Carlo, London, Las Vegas, Hongkong und Sydney. Größere TV-Shows wurden im französischen Fernsehen ("Numero Uno") und besonders in Italien ("Al Paradiso") gedreht. Aber auch in Filmen wie "7 Jahre Pech", "Der Graf von Luxemburg", "Der Bettelstudent" oder "Gräfin Marizza" wirkten sie mit. Künstlerisch besonders anspruchsvolle Werke waren die Bühnenauftritte "Kesslerkabarett" und das Brecht-Stück "Die sieben Todsünden der Kleinbürger" (München 1976/80).


Hochgeehrt mit zahlreichen Kunstpreisen und dem 1987 verliehenen Bundesverdienstkreuz am Bande haben sie sich in den letzten Jahren allmählich aus dem Show-Geschäft zurück gezogen, obwohl das Alter den Kessler-Zwillingen, die als äußerst disziplinierte Stars gelten, wenig anhaben konnte. 1992 feierten sie bereits ihr 40-jähriges Bühnenjubiläum und 1994 traten sie noch in der Komödie "Stepping Out" auf.


Alice und Ellen Kessler blieben unverheiratet, trotz zeitweilig fester Beziehungen, und bewohnen heute ein Doppelhaus in Grünwald bei München. Von dort sandten sie auch herzliche Grüße in die alte Geburtsstadt Nerchau mit beiliegendem Foto aus ihren Künstlerjahren.


Privat spielen sie übrigens Golf und kochen gern (am liebsten italienische und chinesische Gerichte). Auch zwei Bücher wurden von dem unzertrennlichen Zwillingspaar geschrieben, einmal "Fröhliche Wege zu einem völlig neuen Fitnessgefühl" und die bereits zitierte Autobiografie "Eins und eins ist eins", die 1996 in München erschien und die 60 Jahre ihres aufregenden Lebens beschreibt.

Leider ist dieses Buch vergriffen. Aber wer mehr erfahren möchte über die gebürtigen Nerchauerinnen, ihre Erfolgskarriere mit Höhen und Tiefpunkten, über Liebe und Leid, warum beide nie geheiratet haben und das Leben sie formte, stets füreinander da zu sein, sodass es zu dieser ungewöhnlichen Gleichung „1 + 1 = 1“ kam, der kann dieses reich bebilderte Buch in der Stadtbibliothek Nerchau ausleihen

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